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abgesang einer reisenden
• • • • • (bewertet mit 3 von 5 Punkten)
ich habe lange überlegt, ob ich eine rezension über dieses buch von b.selby schreiben soll.
es liest sich wie der schwanengesang einer alt gewordenen reisenden (nach meiner rechnung müsste b.selby inzwischen mindestens ende 60 sein) , die ihre letzte reise unter mühen und strapazen absolviert - ohne rechte freude an der reise selbst, an der umgebung, an den begegnungen unterwegs. wer die anderen bücher von ihr gelesen hat, die vor lebensmut strotzen, wo sie keinem abenteuer aus dem weg geht und wo sie keine anstrengungen scheut, wird erschreckt sein und erkennt sie nicht wieder. von anfang bis ende nehmen die klagen über körperliche beschwerden und über die strapazen des weges einen großen raum ein und kehren immerzu wieder. es gibt keine etappe der reise, die ohne sie auskommt. natürlich leidet darunter die ganze erzählung - einmal deshalb, weil's mit der zeit langweilig wird und zum andern, weil sie wohl durch ihre eigenen befindlichkeitsstörungen daran gehindert wird, ihre umgebung mit dem gewohnten objektiven blick zu sehen. dadurch bleibt die ganze erzählung glanzlos - und das hat sie eigentlich nicht verdient.
es gibt wie immer kurze rückblicke in die geschichte, aktuelle erlebnisse und gespräche mit mitreisenden - im grunde interessant und lesenswert.
damit will ich es gut sein lassen und b.selby danken für die besseren bücher, die sie ihren lesern früher offeriert hat. sie bleibt trotzdem für mich eine der sehr guten reiseschriftstellerinnen der gegenwart. eine bewertung mit sternen fällt schwer, aber weil es sein muß gebe ich mal deren 3.
Eine Rezension von baidong "baidong" dd
vom 24. März 2005
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