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| Projekt Erde (Gebundene Ausgabe) von Allen Hammond
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| Rezensionen: | | Die Erde im Jahre 2050. Der ursprünglich befürchtete Kollaps von Umwelt und Zivilisation ist ausgeblieben. Sogar Großunternehmen haben eingesehen, daß die nachhaltige Pflege von Resourcen besser ist als deren Raubbau. Unzählige Bürgerinitiativen, Verbände und Nichtregierungs-Organisationen fördern den gesellschaftlichen Wandel, wo Mißstände von allein nicht verschwinden. Ein halbes Jahrhundert ohne nennenswerte Kriege hat den Frieden zur Norm werden lassen. Die Zahl der Weltbevölkerung hat den Zenit überschritten und ist rückläufig. Und obwohl in manchen Regionen der Welt, wie in Afrika, die Entwicklung nachhinkt, ist die Menschheit auf dem besten Wege zur ersten, wahrhaft globalen Zivilisation, mit dem GlobalNet als Nervensystem für grenzenlose Verfügbarkeit von Information zum Nutzen aller.
Diese "Reformwelt", die Allen Hammond als eine Art globaler Marktwirtschaft mit menschlichem Antlitz entwirft, ist keine Prognose, sondern ein Szenario: die systematisch entwickelte Beschreibung einer plausiblen künftigen Entwicklungsalternative. Hammonds Historiographien der Zukunft sind das Ergebnis fünfjähriger Forschung dreier bedeutender US-amerikanischer Institute. Hauptinstrument für die Zukunftsentwürfe ist das Hochrechnen statistischen Materials zu kritischen Trends, best and worst case. Die dabei ermittelten groben Abschätzungen beziehen sich zunächst auf die wichtigsten Großregionen, wie Lateinamerika, Asien, Osteuropa, Afrika, etc. und ergeben erst in ihrem Zusammenspiel das globale Bild.
Der Harvardprofessor versucht dabei Optimismus zu verbreiten, doch wirken seine Anstrengungen häufig matt und wie das Pfeifen im Walde, angesichts seiner anderen zwei, gleichwohl plausiblen, Hauptszenarien "Marktwelt" und "Festungswelt": das alleinige Walten friedlichen, aber blinden Profitstrebens als Motor prosperierender Entwicklung sowie das gewaltsame Sichabschotten von Reich gegen Arm im Falle ihres Scheiterns.
Hammond vereinfacht gerne. Quelle allen Fortschritts sind für ihn die entwickelten Industriestaaten, besonders die USA, wogegen er Überbevölkerung, Krankheit, Müll, Diktatur und organisierte Kriminalität für die unterentwickelten Regionen endemisch erscheinen läßt.
Dennoch: Wer bereit ist, über die Weltanschauung des Autors hinwegzulesen, wird eine nützliche Zusammenfassung äußerst umfangreicher Daten auf engem Raum vorfinden, eine zeitsparende Alternative zur Lektüre von vergleichbaren Globalprognosen, wie sie der Club of Rome oder die UNO bereits veröffentlichten. --Jürgen Grande
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