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| Halleluja Italo-Western-Box von George Hilton
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Drei Filme für ein Halleluja
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In den ersten Jahren der etwa 10 Jahre währenden Italowestern-Welle waren vor allem harte Filme gefragt, denen man in Deutschland als Erkennungszeichen gerne ein "Django" in den Filmtitel setzte. In der Endphase des Genres bevorzugten die Fans dann eher die humorvollen Filme. Als Markenzeichen diente den deutschen Verleihern dabei vor allem ein "Halleluja" im Titel.
MAN NENNT MICH HALLELUJA (1971) ist der einzige Film der Box, in dem der Held tatsächlich "Halleluja" heißt. Im Mexiko der Revolutionszeit streiten zahlreiche Parteien um einen Juwelenschatz. Auch der Abenteurer Halleluja und der russische Großfürst Alexi wollen die Edelsteine. Zu diesem Zweck machen die beiden Konkurrenten zunächst gemeinsame Sache... Gespielt wird Halleluja von dem in Uruguay geborenen George Hilton, der zuvor schon in etlichen Italo-Western mitwirkte. MAN NENNT MICH HALLELUJA ist ein Film ganz im Stile der erfolgreichen Trinità-Filme mit Bud Spencer & Terence Hill (DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS und VIER FÄUSTE FÜR EIN HALLELUJA). Es gibt viel Sprachwitz (für die deutsche Synchronisation war Rainer Brandt verantwortlich, der George Hilton auch gleich selbst seine Stimme lieh), eine sehr schöne Filmmusik, eine abwechslungsreiche Story, die mit einigen Überraschungen aufwartet und spassige Schlägereien. Insbesondere in einer chinesischen Wäscherei kommt es zu einer gagreichen Prügelei, in die alle möglichen Wäscherei-Utensilien einbezogen werden. Auch sonst verläßt Halleluja in der Wahl seiner Waffen gern die konventionellen Pfade und benutzt neben seinem Colt auch eine zum Maschinengewehr umfunktionierte Nähmaschine. Und nach dem Motto "Der Zweck heiligt der Mittel" wird auszuschaltenden Gegnern auch schon mal ein starkes Abführmittel ins Essen gemischt. MAN NENNT MICH HALLELUJA gehört zu den besten Italowestern-Komödien. Der Film war so erfolgreich, dass er noch eine Fortsetzung nach sich zog: BEICHTET FREUNDE, HALLELUJA KOMMT (1972) ist auch recht spassig, erreicht jedoch nicht mehr ganz die Qualität des ersten Films. Bei GLORY, GLORY, HALLELUJA mit George Hilton handelt es sich übrigens nicht um eine weitere Fortsetzung. Um vom Erfolg der Halleluja-Filme noch zu profitieren, wurde der schon ältere Film LEG IHN UM, DJANGO (1967) kurzerhand umgetitelt und als vermeintlicher Halleluja-Film erneut in die Kinos gebracht.
EIN HALLELUJA FÜR CAMPOSANTO (1971) erzählt die Geschichte von zwei jungen Greenhorns aus dem Osten, die vom supercoolen Gunslinger Camposanto (spanisch u. italienisch für Friedhof) zu gestandenen Westmännern erzogen werden. Auf der Gegenseite steht der "Graf", ein Kopfgeldjäger und ebenbürtiger Gegner für Camposanto. Doch schon bald tun sich die beiden Meisterschützen zusammen... Hauptdarsteller Gianni Garko, Genre-Fans vor allem bekannt durch seine SARTANA-Filme, und William Berger als der "Graf" tragen den Film durch ihr ausgezeichnetes Zusammenspiel. Regie führte, wie auch bei MAN NENNT MICH HALLELUJA, Anthony Ascott (alias Guiliano Carnimeo). Das feine Drehbuch stammt von E. B. Clucher (alias Enzo Barboni), der bei den oben erwähnten Trinità-Filmen dann selbst die Regie übernahm. Auch in EIN HALLELUJA FÜR CAMPOSANTO gibt es eine witzige Massenschlägerei, diesmal wie in Western üblich in einem Saloon. Geschossen wird natürlich auch, die Revolver spucken mehr Blei als alle Auspuffrohre Deutschlands. Qualitätsmäßig bewegt sich der Film auf dem gleichen Niveau wie MAN NENNT MICH HALLELUJA.
SANDO KID SPRICHT DAS LETZTE HALLELUJA (1971) hat eine recht simple Story: Ein skrupelloser Rancher will die Nachbarsfarmen mit Gewalt seinem Besitz einverleiben. Die Pistoleros Sando Kid und Dollar stellen sich ihm und seinen Männern gemeinsam entgegen... SANDO KID SPRICHT DAS LETZTE HALLELUJA ist der schwächste Film der Box, bietet aber immer noch gute Unterhaltung. Der Film krankt ein wenig daran, dass er sich nicht so recht zwischen ernsthaftem Western und Komödie entscheiden kann. Über weite Strecken des Films ist die Stimmung eher ernst, aufgelockert nur durch einige Sprüche, bevor er dann im Showdown beinahe zur Klamotte abgleitet. Hauptdarsteller Peter Lee Lawrence macht als Sando Kid zwar keine schlechte Figur, besitzt aber auch nicht die Ausstrahlung eines Gianni Garko, William Berger oder George Hilton.
Alle drei Filme liegen in sehr guter Bildqualität in 16:9-Abtastung vor. An Bonusmaterial hat die Halleluja-Italo-Western-Box einiges zu bieten. Zu allen drei Filmen gibt es Kinotrailer und Fotogalerien. Zu MAN NENNT MICH HALLELUJA liegt zusätzlich die 33-minütige Super-8-Fassung vor, allerdings in schlechter Bildqualität. Ein Highlight ist dagegen die 25-minütige Featurette "Ein Halleluja für Anthony Ascott". Hierin kommen Regisseur Anthony Ascott und seine beiden Hauptdarsteller George Hilton und Gianni Garko zu Wort und erzählen einiges Interessante über die Filme MAN NENNT MICH HALLELUJA und EIN HALLELUJA FÜR CAMPOSANTO. Außerdem beinhaltet die Box ein 32-seitiges Booklet, in dem sich die Autoren Wolfgang Luley und Daniel Maier ausführlich mit dem Thema "Religion im Eurowestern" beschäftigen. Lesenswert. Zudem gibt es noch eine Bonus-Audio-CD mit dem Soundtrack zu MAN NENNT MICH HALLELUJA (37 Tracks).
Insgesamt eine sehr gelungene Veröffentlichung. Genre-Fans, die nicht auf die harten Filme fixiert sind, werden viel Freude an dieser Box haben.
Eine Rezension von Rezensentin/Rezensent
vom 6. Februar 2006
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